Lenny – unser Schulhund

Unser Schulhund ist ein Golden Doodle und heißt „Lenny“.

Er ist 3 Jahre alt und lebt in der Familie von Britta Leding, Beratungslehrerin der „Schule Am Roten Berg“.

Er eignet sich aufgrund seiner Abstammung (Retriever- / Pudelmix) hervorragend für diese Aufgabe. Freundlich, aufgeschlossen, verspielt, kinderlieb, extrem gelehrig und wenig haarend, sind diese Hunde auch für Allergiker geeignet.

Die Ausbildung zum Schulbegleit- und Therapiehund dauerte eineinhalb Jahre und wurde mit einer dreitägigen Prüfung abgeschlossen.

Im Rahmen des Trainings wurden die Hunde an Schulen, Kindergärten Altersheimen, belebten Einkaufszentren und Veranstaltungen darauf vorbereitet, in verschiedenen Situationen des Alltags mit unterschiedlichen Menschen und Artgenossen zu interagieren und sich dabei ruhig und freundlich zu verhalten.

  • Die Unterlagen des Hundes wie tierärztliches Gesundheitsattest, eine Kopie des Impfausweises, Versicherungsnachweise und Prüfungszertifikate zur Schul- und Therapiehundausbildung sind im Sekretariat einsehbar.
  • Die tiergestützte Arbeit mit Hunden hat zahlreiche positive Aspekte: So können die Kinder im Umgang mit dem Tier beispielsweise positive soziale Erfahrungen sammeln, Ängste, Stress und Aggressionen abbauen sowie Empathie und Respekt entwickeln. Der Schulhund fördert Entspannung und Kommunikation (Beratung).
  • „Lenny“ wird an unserer Schule in folgenden Bereichen eingesetzt: Im Klassenraum während der Lernzeiten oder besonderen Unterrichtsstunden (z.B. Biologie Thema Haustiere), im Rahmen der Beratungstätigkeit („walk and talk“) sowie bei der Förderung von Inklusionsschülern (Motivationshilfe) oder dem Teamtraining.

 

Nähere Informationen finden Sie auf den folgenden Seiten unseres Schulhund-Konzepts.


 

Das Schulhund – Konzept der SARB

  1. Allgemeines zum Schulhund

Hunde motivieren, schenken Lebensfreude und sind dadurch zu wertvollen Begleitern in Schulen, Besuchsdiensten und Therapien geworden. Die tiergestützte Arbeit mit Hunden etabliert sich in pädagogischen und therapeutischen Arbeitsfelder zunehmend als eine wirkungsvolle und anerkannte Methode. Wissenschaftliche Studien zu den Effekten der Mensch-Tier Beziehung sowie zu tiergestützten Interventionen tragen zu dieser Entwicklung maßgeblich bei (vgl. Kahlisch 2020, S. 10).

Zusammenfassend haben sich nachfolgende Ergebnisse bezüglich der positiven Aus-wirkungen eines Schulhundes auf die Lerngruppe bzw. einzelne Personen gezeigt:

In Anwesenheit eines Schulhundes sinkt der Lärmpegel in den Klassen und die Schüler gehen friedlicher miteinander um. Sie zeigen mehr Empathie und Gemeinschaftsgefühl. Durch den regelmäßigen Umgang mit dem Hund werden Aggressionen und Ängste abgebaut. Das Vorführen eines gelungenen Tricks macht den Schülern Freude und führt zu mehr Selbstvertrauen. Die Kinder machen positive soziale Erfahrungen mit dem Tier, und erlernen ganz nebenbei Grenzen besser zu respektieren, Regeln zu akzeptieren sowie Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein. Beim Lernen ist eine erhöhte Motivation, gesteigertes Interesse an Inhalten sowie eine erhöhte Aufmerksamkeit und Konzentration zu beobachten. Der Schulhund dient als Verstärker / Motivator für die Schüler: die Interaktion mit dem Hund kann z.B. als Belohnung für erfolgreiches Arbeiten eingesetzt werden (Streichelrunde / kurze Wurfspiele / Füttern von Leckerlies).

Des Weiteren können Hunde, beim Menschen

  • zu Aktivitäten motivieren,
  • Ängste lindern,
  • Einsamkeitsgefühle reduzieren,
  • Für Entspannung sorgen,
  • Kommunikation und Erinnerung anregen,
  • Soziale Unterstützung geben,
  • Die Stimmung heben und Stress reduzieren.

 

  1. Tiergestützte Intervention in der Beratungstätigkeit

„Viele Menschen bauen eine Mauer um sich herum auf, um niemanden in ihr Herz und ihre Seele blicken zu lassen. Für andere Menschen sind diese Mauern oft un-überwindbar. Für Hunde sind die Mauern eher wie seidige Vorhänge, durch die man nur hindurch zu gehen braucht.“ (Nack 2013, S. 2)

Dieses Zitat bringt es auf den Punkt. Hunde öffnen Türen, die sonst oftmals verschlossen blieben. Sie ebenen den Weg für einen unbeschwerten und positiv besetzten Kontakt zum Gegenüber.

Das Ziel tiergestützter Arbeit basiert auf drei Basiselementen:

  • Aufbau von Vertrauen,
  • Förderung des Selbstbewusstseins sowie
  • Entwicklung von Handlungsschritten.

Im Rahmen eines offenen Gesprächs werden Probleme besprochen und gemeinsam mögliche Lösungen erarbeitet. Den Rahmen der Beratung bietet eine „kreative Grundhaltung“, in die das Tier als Unterstützer miteinbezogen wird. Diese Grundhaltung begegnet dem betroffenen Menschen offen und hat keine vorgefestigte Meinung über Potentiale und Defizite. Der Berater ist wachsam und richtet seine Aufmerksamkeit auf den Klienten. Berater und Hund sollten in der Lage sein, auf verschiedene Situationen möglichst flexibel zu reagieren. Gespräche sind von Wertschätzung geprägt, indem die Identität der anderen Person gestärkt und bewahrt wird. Die Klienten werden in ihren eigenen Fähigkeiten unterstützt. Es wird versucht, sie zu selbständigem Handeln zu motivieren. Der Kontakt mit dem Hund kann in diesem Rahmen z.B. positive Gefühle erzeugen oder mehr Selbstvertrauen vermitteln und somit den Erfolg der Beratung unterstützen.

„Walk and talk“ ist ein zusätzliches Angebot, bei dem im Rahmen eines Hunde-spazierganges Gespräche geführt werden können. In den Räumlichkeiten der Schule bestehen häufig Unsicherheiten, über eigene Probleme zu sprechen. Beim Gehen ist es leichter sich zu öffnen und emotionale Gespräche zu führen. Auch Konfliktgespräche zwischen Schülern können in diesem Setting entspannter angebahnt werden.

 

  1. Tiergestützte Intervention in der Inklusion

Individuelle Fördermaßnahmen bedeuten:

Wahrnehmen der Schüler in ihren guten Absichten, Verständnis für schwierige Situationen zeigen und die Akzeptanz schwieriger Kinder zu fördern.

Selbst wenn es gelingt, alle Unterstützungspotenziale zu realisieren, ist damit zu rechnen, dass es Kinder gibt, bei denen  die Unterstützung während des regulären Unterrichts nicht ausreicht. Hier kann eine zusätzliche gezielte Förderung einsetzen. Diese individuellen Fördermaßnahmen sind z.B. Förderung von Konzentration und Aufmerksamkeit, Selbstinstruktionstraining, basales Training (auditiv, visuell, motorisch).

Im Rahmen der tiergestützten Intervention gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Kinder durch Spiele und Aufgaben individuell zu fördern. Durch den Einsatz des Hundes ist die Motivation für die Schüler sehr hoch, anders als im regulären Unterricht, wo sie sich ihrer Defizite oftmals bewusst werden. Das Tier begegnet seinem Gegenüber unvoreingenommen und zugewandt. Durch die Mitarbeit des Hundes wird somit eine positivere Grundeinstellung der Schüler zum Lernen ermöglicht. Misserfolge treten in den Hintergrund. Durch das Feedback des Hundes erhalten sie mehr Selbstvertrauen.

 

  1. Umsetzung des Schulhundkonzeptes an der Schule Am Roten Berg

Lenny nimmt im Rahmen des regulären Unterrichts, zwei- bis dreimal wöchentlich an der Lernzeit in meiner Klasse (8.3) teil. Durch ihn gelingt es, einzelne Schüler besser zum Lernen zu motivieren, wenn sie am Ende des Unterrichts, sozusagen als Belohnung für fleißiges Arbeiten, einen Trick mit ihm machen dürfen. Andere Kinder können sich besser konzentrieren, wenn er sich einfach nur neben den Sitzplatz der Schüler legt.

Auch in den Verfügungsstunden setze ich den Hund hin und wieder ein. Er kann Aufgaben und Rätsel mit einem großen Schaumstoffwürfel würfeln oder bei „Twister“ mit der Nase eine Scheibe mit einem beweglichen Pfeil drehen. Die gedrehte Aufgabe müssen die Kinder dann ausführen. Das gemeinsame Spiel mit dem Tier hat für die Schüler einen hohen Aufforderungscharakter, erfordert gegenseitige Rücksichtnahme und macht viel Freude. Soziale Verbindungen werden hierbei gestärkt.

In den Beratungsstunden ist Lenny (nach Absprache) immer dabei. Er verbessert das Gesprächsklima und ein sanfter Einstieg in die Thematik wird erleichtert. Häufig hilft auch ein Spaziergang mit Hund, da die meisten Menschen im Gehen freier sprechen können.

Im Fach Biologie unterstütze ich gemeinsam mit Lenny das Thema „Haustiere“ in den fünften Klassen. In Absprache mit den Fachlehrern müssen die Schüler verschiedene Fragestellung zum Umgang mit Hunden erarbeiten. In einem Unterrichtsbesuch können wir diese erörtern und praktisch einige Verhaltensweisen einüben.

Im Bereich der Inklusion setzte ich Lenny in der Einzelförderung ein. Besonders gut funktioniert dies bei Schülern mit sozial–emotionalen Schwierigkeiten, da der Zugang zu den Kindern durch den Hund wesentlich einfacher ist. Im Bereich der sprachlichen Förderung bieten sich diverse Spiele zum Wortschatz oder Leseübungen an, bei denen der Hund involviert ist (Lenny dreht mit der Nase ein Glücksrad mit verschiedenen Aufgaben oder würfelt diese).

Bis zur Covid 19 – Pandemie habe ich den Hund auch häufiger mit in die Pausenaufsicht genommen, damit die Schüler die Möglichkeit zum direkten Kontakt hatten. Ich habe dies jedoch ausgesetzt, da die Hände der Schüler stark nach Desinfektionsmittel riechen. Lenny ist dieser Geruch im Fell sehr unangenehm. Deshalb waschen sich die Schüler meiner Klasse mit Seife gründlich die Hände, bevor Lenny den Klassenraum betritt.

Ich habe unseren Schulhund in allen Klassen vorgestellt und grundsätzliche Verhaltens-weisen mit den Kindern besprochen: Fragen, bevor man Lenny streicheln möchte, nicht rennen, leise sein, nicht anstarren oder weglaufen, sich hinhocken und ihn zum Kennenlernen an der Hand schnüffeln lassen etc. In der Regel werden einige Tricks gezeigt, die die Kinder dann auch unter meiner Anleitung mit Lenny durchführen dürfen. Die Schüler erhalten außerdem die Möglichkeit, Fragen zu stellen und von eigenen Hundeerlebnissen zu erzählen.

 

  1. Bedingungen für den Einsatz eines Schulhundes

5.1 Wesensvoraussetzungen seitens des Schulhundes

Ein Schulhund muss über einen positiven Menschenbezug verfügen, ein ausgeglichenes Wesen, eine hohe Reizschwelle haben und sollte nicht zu bell-freudig sein. Er sollte aggressionsfrei auf Menschen und unterschiedlichste Situationen reagieren. Der Schulhund muss einen guten Grundgehorsam haben und mit der ihn führenden Lehrkraft erfolgreich eine geeignete Schulhund Ausbildung absolviert haben.

„Lenny“ eignet sich aufgrund seiner Abstammung (Retriever- / Pudelmix) hervorragend für diese Aufgabe. Freundlich, aufgeschlossen, verspielt, kinderlieb, extrem gelehrig und leicht zu erziehen, wenig haarend, sind diese Hunde auch für Allergiker geeignet.

Die Unterlagen des Hundes wie tierärztliches Gesundheitsattest, eine Kopie des Impfausweises, Versicherungsnachweise und Prüfungszertifikate zur Schul- und Therapiehundausbildung sind im Sekretariat bei Frau Eckert einsehbar.

 

5.2  Ausbildung zum Schulbegleit- und Therapiehund

Die Ausbildung zum Schulbegleit- und Therapiehund dauerte eineinhalb Jahre und wurde von einer unabhängigen Prüfungskommission im Rahmen einer dreitägigen Prüfung abgenommen. Im Rahmen des Trainings wurden die Hunde an Schulen, Kindergärten Altersheimen (Demenzpatienten / Rollstuhlfahrer), belebten Einkaufs-zentren und Veranstaltungen darauf vorbereitet, in verschiedenen Situationen des Alltags mit unterschiedlichen Menschen und Artgenossen zu interagieren und sich dabei ruhig und freundlich zu verhalten.

 

5.3 Hygienemaßnahmen

Die Anwesenheit des Hundes führt zu keiner Änderung der üblichen Reinigungsarbeiten, da diese Hybridzüchtung des Doodels kaum haart. Der Hund bleibt bei einer Erkrankung selbstverständlich zu Hause. Es ist verstärkt darauf zu achten, dass die Schüler sich nach einer Kontaktaufnahme mit dem Tier regelmäßig die Hände waschen (insbesondere vor der Nahrungsaufnahme). Der Kontakt zu Schülern mit bekannter Hundeallergie wird weitestgehend vermieden. Der Hund erhält keinen Zugang zur Schulküche und zur Mensa.

 

  1. Regeln für den Umgang mit „Lenny“

Schüler, die im Rahmen des Unterrichts mit dem Hund Kontakt aufnehmen, werden immer wieder darin trainiert entsprechend auf den Hund zuzugehen und seine Körpersprache richtig zu deuten. Mit den Schülern werden feste Regeln erarbeitet, damit ein reibungsloses Miteinander möglich ist. Auch hundeerfahrene Kinder müssen sich an diese Regeln halten, selbst wenn für ihren Hund zu Hause andere gelten!

 

  1. Maßnahmen zur Gesunderhaltung des Hundes

Tiergestützte Interventionen sind sehr vielfältig und komplex. Das Tier im Mittelpunkt unseres Interesses bedarf hierbei unseres Schutzes und unserer Fürsorge. Schnell wird vergessen, dass der Nutzen für den Menschen niemals über den Bedürfnissen des Tieres stehen darf. Das Tier sollte Freude an den Einsätzen haben. Dazu gehört auch das Erkennen von Stresssignalen, um das Tier nicht zu überfordern.

Eine optimale Haltung und Pflege sind ebenfalls Grundlage für die tiergerechte Zusammenarbeit mit Lebewesen. „Lenny“ ist privat bei seiner Familie integriert. Er ist im Haus untergebracht und wird artgerecht versorgt. In der Schule kann er sich im Beratungszimmer zurückziehen und hat dort einen festen Schlaf-/ und  Ruheplatz.

(Stand April 2021)                                                                                                                                                     Britta Leding

(Beratungslehrerin)


Literatur:

Kahlisch, A.: 77 Arbeitsideen für den Besuchs- und Therapiehundeinsatz. Kynos Verlag, 4. aktualisierte Auflage, 2020.

Nack, F.: Facharbeit zu Therapiehundeausbildung. Brandenburg, 2013.

Senne, M.: Ausbildung zum Therapiebegleit- und Schulbesuchshund. Melle, 2019.